Constructeur d’avenir Mir maachen Zukunft

OGBL = offensive Lohnpolitik

Der OGBL fordert gute Löhne für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Entwicklung der Löhne darf der Entwicklung der Produktivität in der Wirtschaft nicht hinterherhinken.

Dieses Ziel kann nur über Kollektivverträge erreicht werden. Und für gute Kollektivverträge bedarf es einer kampf- und mitgliederstarken Gewerkschaft. Dieses Prädikat trifft in Luxemburg nur auf den OGBL zu, der über 200 Kollektivverträge verhandelt.

Rezente Beispiele für die Durchsetzungsfähigkeit des OGBL gibt es genug. Wie zum Beispiel die historische Aufwertung der Laufbahnen der Gesundheits- und Sozialberufler, die 2017 über den gewerkschaftlichen Kampf durchgesetzt wurde. Oder der erste Kollektivvertrag, den der OGBL 2018 für das Personal der Universität Luxemburg eingeführt hat. Oder die Verbesserung der Löhne und der Laufbahnen, die vor einigen Monaten im Kollektivvertrag des Bauwesens erreicht wurde.

Gute Löhne fallen nicht vom Himmel, sie müssen erstritten werden.

Der OGBL vergisst dabei keineswegs seine vielen Mitglieder, die in Betrieben arbeiten, in denen es (noch) keinen Kollektivvertrag gibt. Etwa 50% der Arbeitnehmer in Luxemburg sind leider in diesem Fall.

Neben unserer Anstrengung diesen Prozentsatz schnellstmöglich über die Einführung neuer Kollektivverträge zu senken, zieht der OGBL mit zwei politischen Forderungen in die Sozialwahlen 2019:

  1. Die strukturelle Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns für unqualifizierte und qualifizierte Arbeitnehmer in der Höhe von +10%.
  2. Die Reform der Kollektivvertragsgesetzgebung, damit die Einführung neuer Kollektivverträge in vielen Betrieben und Betriebsbereichen erleichtert wird.

Der OGBL ruft zum gewerkschaftlichen und politischen Kampf gegen die soziale Ungleichheit in Luxemburg auf. Gegen die ungerechte Verteilung der Produktivitätsgewinne. Gegen die Lohnschere, die sich ausweitet – zu Ungunsten der unteren und mittleren Lohnschichten. Damit muss jetzt Schluss sein!

Die Regierung hat nun angekündigt, dass der Mindestlohn rückwirkend zum 1. Januar 2019 um „100 Euro netto“ erhöht werden soll. Diese Ankündigung kann als erster Erfolg der beständigen Aktion des OGBL für eine Erhöhung des Mindestlohns gefordert werden. In der Tat verteidigte der OGBL als einzige Gewerkschaft in Luxemburg in den letzten Jahren konsequent die Forderung einer strukturellen Erhöhung des Mindestlohns.

Zugleich kann dies aber nur als ein erster Schritt gesehen werden. Für den Arbeitgeber beläuft sich die strukturelle Erhöhung des Mindestlohns, neben der ohnehin vorgesehenen Anpassung von 1,1% (ajustement), auf lediglich 0,9%. Beim nichtqualifizierten Mindestlohn macht dies gerade 18,64 € im Monat aus. Dies ändert also überhaupt nichts an der ungerechten Verteilung des Reichtums in Luxemburg. Sollte die Regierung keine weiteren Schritte in Richtung einer Erhöhung des Bruttomindestlohns, wird der OGBL für die strukturelle Erhöhung des Mindestlohns um 10% mobilisieren und gewerkschaftliche Aktionen in die Wege leiten.

Für den Index! Die automatische Anpassung der Löhne an die Inflation (Index) erhält die Kaufkraft und verhindert Lohnverluste. Er trägt wesentlich zur Erhaltung des sozialen Friedens und zur wirtschaftlichen Entwicklung Luxemburgs bei. Aktuell ist der Index kein großes politisches Thema. Er ist es nicht, weil der OGBL Wort gehalten hat. Durch den konsequenten Widerstand des OGBL gelang es den Regierungen zwischen 2006 und 2013 nicht, den Index strukturell zu verschlechtern.

Seit dem Wahlerfolg des OGBL im Jahre 2013 wurde von seitens der Politik der Index nicht mehr angegriffen. Die neue Regierung hat sich in ihrem Regierungsprogramm dazu verpflichtet, dies ebenfalls nicht im Verlauf ihrer Amtszeit (2018-2023) zu tun. Dies ist nicht nur ein großer Erfolg für den OGBL, es sichert die Kaufkraft aller Arbeitnehmer und Rentner.

Gestern, heute und morgen:

OGBL = INDEX.

Für globale Lohnverhandlungen für den gesamten öffentlichen Sektor. Der OGBL fordert eine Ausweitung des aktuellen Gehälterabkommens auf alle nicht kommerziellen öffentlichen Dienste. Zehntausende Arbeitnehmer bei Staat und Gemeinden, Krankenhäusern, Sozial- und Erziehungsdiensten, in Hochschule und Forschung müssen ebenfalls, mit ihrer Mehrheitsgewerkschaft, dem OGBL, an diesen Verhandlungen teilnehmen können.