Constructeur d’avenir Mir maachen Zukunft

OGBL = sichere und gute Arbeit im Zeitalter der Digitalisierung

Die „Arbeit 4.0“, die Digitalisierung der Wirtschaft, birgt Risiken einer negativen Entwicklung der Arbeitsbeziehungen und -bedingungen. Sie bietet aber auch ein enormes Potenzial für eine bessere Anpassung der Arbeitsbedingungen, für eine bessere Harmonisierung von Beruf und Privatleben und für mehr Lebenszeit für die Arbeitnehmer. Um sicherzustellen, dass die Digitalisierung der Wirtschaft keine negativen
Auswirkungen auf die Arbeitsplätze hat, ist es wichtig, den technologischen Wandel und seine Auswirkungen auf die Beschäftigung und die Arbeitsbedingungen vorausschauend und zukunftsorientiert zu begleiten. In diesem Zusammenhang fordert der OGBL die Stärkung des Schutzes des
Arbeitnehmers während der gesamten beruflichen Laufbahn. Dies erfordert ein leistungsstarkes Arbeitsrecht, einen verstärkten Kündigungsschutz und einen besseren Zugang zu Weiterbildung.

Der Vertrag auf unbestimmte Zeit muss die Norm bleiben. Der Einsatz von Leiharbeit oder befristeten Verträgen muss streng begrenzt sein. „Atypische“ Arbeitsformen müssen durch strengere Vorschriften überwacht werden, um die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse zu verhindern. Darüber hinaus sind Maßnahmen erforderlich, um das Phänomen der „Scheinselbständigen“ zu beenden.

Es ist unbedingt erforderlich, die Rechtsvorschriften zu Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen, Massenentlassungen und Sozialplänen zu überarbeiten. Dies bedeutet eine Stärkung der Verhandlungsrechte der Gewerkschaften und der Personaldelegationen, eine Erhöhung der Entschädigungen für die betroffenen Arbeitnehmer und das Streikrecht
im Falle des Scheiterns der Verhandlungen über einen Sozialplan. Der Begriff der missbräuchlichen Entlassung aus wirtschaftlichen Gründen muss erweitert werden, damit Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen für Betriebe, die Gewinn machen, unmöglich werden.

Es ist notwendig, das Ende der beruflichen Laufbahn älterer Arbeitnehmer zu überdenken. Insbesondere durch eine spezifische Arbeitszeitverkürzung für ältere Arbeitnehmer angefangen mit dem Recht, Teilzeitarbeit mit einer Teilpension zu kombinieren, das in der Vereinbarung zwischen Regierung und Gewerkschaften 2014 vorgesehen ist und endlich umgesetzt werden muss.

Der Plan zum Beschäftigungserhalt muss reformiert werden. Die Gesetzgebung von 2006 hat sich als unzureichend erwiesen, um wirklich Arbeitsplätze zu sichern. Ein neues Gesetz muss eine Verhandlungspflicht für den Arbeitgeber vorsehen. Gewerkschaftliche Verhandlungsrechte müssen gestärkt und die Kontrolle der betroffenen Betriebe muss verbessert werden. Der Plan muss zwingend qualifizierende Schulungen vorsehen, die es den Arbeitnehmern ermöglichen, neue Fähigkeiten zu erwerben.

Es ist wichtig, den Zugang zur beruflichen Weiterbildung zu verbessern. Der Zugang zur beruflichen Weiterbildung ist als Grundrecht für jeden Arbeitnehmer anzusehen. In diesem Zusammenhang fordert der OGBL eine Reform und Erweiterung des aktuellen Bildungsurlaubs im Sinn eines individuellen Rechts auf Weiterbildung. Es ist auch notwendig, das System der Validierung erworbener Berufserfahrungen zu vereinfachen und zu fördern. Um eine angemessene Finanzierung der beruflichen Weiterbildung zu gewährleisten, fordert der OGBL eine substantielle Erhöhung der staatlichen Finanzierung und die Schaffung einer Ausbildungssteuer für die Betriebe.

Eine Reform des Konkursrechts ist notwendig. Die Arbeitnehmer müssen im Konkursfall besser abgesichert sein. Darüber hinaus sind auch härtere Sanktionen gegen betrügerische Konkurse erforderlich.

Die Arbeitsmedizin reformieren. Der OGBL fordert eine einzige nationale Dienststelle der Arbeitsmedizin und eine Steigerung ihrer Mittel, um ihren Aufgaben gerecht zu werden. Angesichts der zunehmenden Entwicklung von arbeitsbedingten Erkrankungen, fordert der OGBL auch die Anerkennung von psychosozialen Risiken als Berufskrankheit.